Songbirds ... a family blogs!

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Sonntag, 7. Februar 2016

Sonntag in Bildern 07.02.2016








Ich liebe den Sonntagmorgen. Sonntags kann ich länger schlafen, weil eigentlich nichts weiter ansteht. Irgendwann (bei uns meist so 8.30 Uhr - länger halte ich es nicht aus) aufstehen, frühstücken jeder wie er mag, einen Milchkaffee nehmen und ein bisschen lesen oder stricken.

Heute vormittag haben wir aber doch auch ganz schön gearbeitet und nicht nur gefaulenzt. Das Wetter war so schön - ganze 11 Grad und sogar ein bisschen Sonne. Ich habe die Zeit genutzt, um das Vorgärtchen aufzuräumen und zwei kleine Lavendel zu pflanzen, während die Kinder die Straße gefegt haben. Der Splitt, der noch von den Schneetagen im Januar herumliegt, stört beim Inliner- oder Rollerfahren. Das war Motivation genug, um zum Besen zu greifen. :-) Später habe ich dann auch noch den Hof gefegt.
Danach war es Zeit für eine Strickpause.

Ich merke, dass ich mir meine Energie jetzt doch gut einteilen muss. Mit meinem 30-Wochen-Babybäuchlein (naja, eher Bauch) kann ich zwar noch alles machen, muss aber darauf achten, dass ich es nicht übertreibe. Und Kleidung für den kleinen Wurm zu stricken ist immer eine gute Entschuldigung, meine Arbeit hier zu unterbrechen und mich mit einer Tasse Tee hinzusetzen, um ein paar Runden weiter zu kommen.

So ist das Baby Sophisticate - Jäckchen auch schon fast fertig geworden. Ich hatte mir das Malabrigo-Garn zwar farblich etwas leuchtender vorgestellt als ich es bestellt habe, aber mit bunten Knöpfen wird die Jacke wahrscheinlich doch ganz hübsch aussehen.

Nachmittags fing es leider wieder an zu regnen, und die Kinder beschäftigten sich drinnen mit Jojo-Tricks-Üben, Monster Highs, Zeichnen und Anime-Schauen.
Jona bereitete uns heute einen Frühstücksburger zu - obwohl der auch als Mittagessen sehr passend war!
Kochen ist eine neue Lieblingsbeschäftigung von ihm, und vor kurzem hat er sich dieses Buch bestellt:



Jetzt gibt es bei uns jede Woche einen neuen Burger - und ich muss sagen, dass die jedes Mal super-lecker schmecken! Das Buch ist wirklich toll und lohnend, und da darin auch Rezepte für Burgerbrötchen, Ketchup, Mayonnaise und verschiedene Beilagen sind, macht Jona tatsächlich alles selbst.

Am späten Nachmittag war ich dann recht müde und habe mich ein Stündchen hingelegt. Abends war dann für alle Aufräumen angesagt und gleich lesen wir die Fünf Freunde vor.

Morgen ist Fasching und für uns ein langer Tag - aber wir freuen uns schon drauf. Hoffentlich macht uns der angesagte Sturm keinen Strich durch die Rechnung!

P.S. : Nellies blaue Haare sind nur eine Faschingsperrücke! Stehen ihr aber gut, oder? ;-)

Mittwoch, 6. Januar 2016

Ein guter Plan!




Während in den letzten Tagen kaltes weißes Winterwetter herrschte (und immer noch herrscht - zumindest bis zum Wochenende) versuche ich gerade in meine neue "Alltags-Routine" hineinzuwachsen.
Ich muss zugeben, ich bin nicht der organisierte Typ. Ich fange vieles an, habe immer neue Ideen, etliches bleibt liegen und die Berge an Arbeit, die es zu bezwingen gilt, wachsen immer höher. Na gut - ganz so dramtasch ist es nicht. ;-) Aber ich habe mich doch schon oft geärgert, dass ich mir meine Zeit nicht besser eingeteilt und poduktiver gearbeitet habe. Der Tag hat so viele Stunden und ich bemerke, dass es einer neuen Planung bedarf, diese Stunden für mich besser zu nutzen.

Durch irgendeinen Link kam ich zu der Seite "FlyLady".
Ich muss zugeben, es ist nicht so 100% meine Seite, aber ich habe schon sehr viele nützliche Tipps von dort übernommen und angewendet. So hat es sich ergeben, dass meine Tagesroutine sich vollkommen verändert hat und ich tatsächlich mehr schaffe.
Auf FlyLady geht es hauptsächlich darum, sich im Haushalt besser zu organisieren, aber man kann das Ganze auch auf andere Bereiche ausweiten, wie z.B. der selbständige Job, oder bestimmte Hobbys, etc.

Wichtig ist ein Hefter oder ein Notizbuch, in dem man seine verschiedenen Routinen aufgeschrieben hat.
Ich habe das so für mich organisiert:
- ein Wochenüberblick
- Morgen- und Abendroutine (spart tatsächlich Zeit ein!)
- Tagesplan
- To-Do-Listen

Ich persönlich "brauche" diesen Plan vor allem für meinen Haushalt und meine kreativen Projekte. So habe ich mir zwei Büchlein angelegt, damit nichts durcheinander kommt.
Bei FlyLady gibt es für alles sehr ausführliche Beispiele, aber natürlich stellt man sich seine ganz persönliche Routine auf, die man dann auch in den ersten Wochen immer mal wieder korrigieren muss.

Schön finde ich dabei, dass ich weiß, dass alles was nötig ist auch tatsächlich erledigt wird. Es hilft mir sehr, einfach abzulesen, was jetzt "dran" ist, und ich brauche nicht weiter darüber nachzudenken.

Meine Morgenroutine sieht ungefähr so aus:
  • aufstehen, schön machen, Morgenseiten* schreiben
  • Kinder wecken :-)
  • Smoothie + Kaffee, Frühstück
  • Katzen füttern
  • Kalender kurz checken
  • Bad kurz auffrischen 
--> aus dem Haus

Abendroutine:
  • 20 min. aufräumen
  • Küche sauber machen (vor allem die Spüle leeren!)
  • bei einer Tasse Tee to-do-listen für den nächsten Tag schreiben
  • Kinder müssen ihre Sachen für den nächsten Tag auslegen/packen
  • bettfertig machen und etwas entspanntes tun: Yoga, Tagebuch schreiben, vorlesen, Hörspiel hören.
*die Morgenseiten sind eine Art Schreibübung, um den Kopf von Alltagsgedanken zu entleeren und in mehr kreativen Fluss zu kommen. Meist schreibe ich 2-3 Din A4 Seiten.

Meine Wochenliste liest sich ungefähr so:

  • Montag: Home Blessing (klingt schöner als Putztag, oder?) und Ideen Tag
  • Dienstag: Frei (nur das Nötigste wird gemacht) und Schreibtag
  • Mittwoch: Zonentag (jede Woche gibt es einen bestimmten Raum/Bereich, der mehr Aufmerksamkeit bekommt) und Blog und Shop Tag
  • Donnerstag: Einkaufen und in kreativer Hinsicht FREI (da eh nicht viel Zeit)
  • Freitag: Papierkram/Schreibtischtag und Schreibtag
  • Samstag: Familientag und Handarbeitstag
  • Sonntag: Chillout Tag
Ich weiß, das klingt reichlich verplant, aber so ist es eigentlich nicht. Es gibt mir nur einen groben Überblick und Zeit für alles, was ich machen will und machen müsste.
Bisher klappt es recht gut.
Wenn ich etwas nicht schaffe, was ja durchaus vorkommt, dann hole ich es am nächsten Tag nach oder lasse es auch mal aus. Ich möchte diesen Plan vor allem als roten Faden, so dass ich nicht immer Dinge vor mir herschiebe oder vergesse.

Zusätzlich habe ich noch ein kleines Brainstorm-Büchlein, für all die schnellen Geistesblitze und Ideen, die mir meist unterwegs oder zu ungünstigen Zeiten in den Sinn kommen. Ich notiere sie, und kann dann später darauf zurück kommen.


Auf meiner Tagesliste für morgen, also Donnerstag, steht:

Haushalt: Einkaufstag
- Einkaufsliste
- Einkaufen/Post/Bücherei (liegt alles auf einem Weg)
- Kühlschrank reinigen und neu einsortieren
(- Tochter zum Reiten)

Kreative Projekte: FREI
- Dringende Sachen erledigen (Bestellungen, im Shop, im Blog, mails, etc.)
- eine Stunde Schreibzeit
- Nähen/Stricken/was auch immer, wie ich Zeit und Lust habe

Habt ihr auch einen Tages-/Wochen- oder Monatsplan für persönliche Ziele, den Haushalt oder andere Dinge? Welche Strategien nutzt ihr, um effizienter und produktiver euren Tag zu gestalten (neben Familie und Arbeit)?

Montag, 4. Januar 2016

Unser Jahreswechsel

... das wünsche ich euch allen zuerst einmal! Ich hoffe, ihr hattet ruhige und gemütliche Tage zwischen den Jahren und einen fröhlichen Jahreswechsel. Das neue Jahr kam ja mit anschließendem Wochenende sehr ruhig daher und wir gleiten so langsam in den Januar hinein, mit allem, was da kommen mag.


Wir feiern Silvester eigentlich immer genauso, wie in meiner Kindheit - familiär, mit Fondue und Knabbereien und Begrüßung des neuen Jahres mit Anstoßen und Feuerwerk betrachten. Dieses Jahr gab es zum ersten Mal Raketen zum Anzünden für die Kinder. Aber wir haben hier draußen gleich bemerkt, wie verstört Tiere darauf reagieren. Unsere Katzen waren nicht begeistert, und Vögel flogen panisch umher, als es anfing zu krachen. Wir hatten 10 Raketen - ich glaube das reicht. ;-)

Ein weiteres, eher neueres Ritual ist, dass wir unseren Wunsch/unsere Wünsche für das neue Jahr auf einen Zettel schreiben, im Feuer verbrennen und so (hoffentlich) als Energie freisetzen. Ayla, meine Älteste, versicherte mir, dass ihr Wunsch vom letzten Jahr tatsächlich in Erfüllung gegangen sei. Nellie, meine Jüngste, war dieses Mal einfach wunschlos glücklich und verbrannte gar keinen Zettel. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht daran erinnern kann, was ich letztes Jahr aufgeschrieben habe. Aber den diesjährigen Wunsch werde ich nicht aus den Augen verlieren. Er ist mir sehr wichtig und ein großes Ziel, auf das ich hinarbeite - mit oder ohne Wunschzettel.

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, vertreiben wir uns die Stunden des Wartens mit Spielen oder auch mal mit einem Film (bisher jedes Jahr "101 Dalmatiner" von Disney; dieses Jahr konnten wir uns allerdings nicht einigen und haben schließlich auf Youtube lustige Katzenvideos geschaut).

Hier ein paar Spiele für Silvester die uns Spaß machen:
  • Scharade
  • Bleigießen (natürlich!)
  • selbstgebastelte Knallbonbons
  • Tischfeuerwerk
  • Tanzen
  • Geschichten erfinden (jeder sagt einen Satz, das Ergebnis ist meist sehr lustig und albern)
  • "Ich packe meinen Koffer und nehme ... mit" (Erinnerungsspiel, weil man immer alle vorher genannten Gegenstände mit aufzählen muss. Gar nicht so leicht)
  • Singen (vorzugsweise am Lagerfeuer ;-)

Neben dem Fondu, das wir gern machen, weil es sich so schön in die Länge zieht (und die Brühe am nächsten Tag am allerbesten als Neujahrssuppe schmeckt!), hatten wir uns ein kleines Buffet zusammengestellt. Es bestand unter anderem aus selbstgemachtem Heringssalat


Sehr leckeren Honey Dinner Rolls - Rezept siehe hier!


Frischen Gemüsesticks - wie Möhren, Gurke, Sellerie, etc - und Dips wie Guacamole:


... und Bacon Dip - Rezept siehe hier!


Von den Resten konnten wir dann noch 1-2 Tage zehren. :-)

So war also unser Jahreswechsel. Wie feiert ihr denn Silvester? Eher ruhig? Oder lieber mit einer großen Feier? 

In meinem nächsten Post werde ich über neue Pläne und mein Wort für das Jahr 2016 berichten. Ich glaube - neben der Ankunft unseres Babys - wird sich auch anderweitig einiges verändern und darauf freue ich mich schon. 

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten


"Die Liebe auch zu unseren Feinden ist der Schlüssel, mit dem sich die Probleme der Welt lösen lassen." Martin Luther King

...oder so ähnlich sagte schon Jesus. Daran möchte ich jetzt während der Weihnachtstage und in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren besonders denken. Unsere Welt ist gerade so chaotisch - zumindest wird es mir jetzt besonders bewusst. Liebe ist das einzige das heilt, findet ihr nicht?

Ich wünsche euch eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit mit euren Lieben - mit viel Licht, warmen Gedanken und auch ein bisschen Leichtigkeit.

Sonntag, 13. Dezember 2015

3. Advent - ein kleiner Weihnachtsgast


Auch diesen Sonntag gibt es eine kleine Adventsgeschichte von uns. Viel Freude beim Lesen!

Ein kleiner Weihnachtsgast

Gestern hat es zu schneien begonnen. Genau einen Tag vor Heiligabend.
Die weißen Flocken haben alles wie in weiche Watte gehüllt. So wirkt die Welt friedlich und schläfrig.
Auch in dem kleinen Wald hinter dem Dorf ist alles still. Nur eine Eule ruft in der Dämmerung.
Die Bäume strecken stumm ihre Äste wie knorrige Arme und Hände in den Himmel hinauf.
Und kein Lebewesen ist zu sehen.
Oder doch?
Ein kleiner Igel reckt schnuppernd sein kalt gefrorenes Näschen empor. Er schaut hier hin, schaut dort hin, und bahnt sich mit seinen kurzen Beinchen mühsam einen Weg durch den Schnee.
Ganz müde und erschöpft sehen seine Augen aus. Sollte der kleine Kerl nicht längst seinen Winterschlaf halten?
Wenn ich doch nur einen Unterschlupf finden würde“, denkt der Igel verzweifelt. „Einen ausgehöhlten Baumstamm oder einen kuscheligen Laubhaufen vielleicht.“
Doch alles ist unter der dicken Schneedecke versteckt, so dass der Kleine nur umher irren kann.
Jetzt fängt auch sein Magen noch an zu knurren!
Wenn er nicht bald etwas zu Essen findet, würde er nicht nur erfrieren, sondern auch verhungern, denkt er. Was soll er bloß tun?
Der kleine Igel hört einen Pfiff in der Ferne gellen, gefolgt von Hundegebell.
Doch das interessiert ihn nicht. Fröstelnd hockt er sich unter einen kahlen Busch und bläst sich die eisigen Pfoten.
Ach, hätte er sich doch bereits vor vier Wochen eingeigelt – so wie die anderen.
Aber nein, er war ja zu neugierig gewesen, wollte noch nicht schlafen, wollte den herbstlichen Wald erkunden und... nun war es wohl zu spät!
Da hört er wieder das Hundegebell. Diesmal klingt es viel näher.
Auch das noch...“ Besorgt blickt sich der kleine Igel um und – eine dicke feuchte Nase schnüffelt ihm entgegen!
Vor Schreck verwandelt sich der Igel in eine stachelige Kugel, an der sich der Hund schmerzhaft piekst. Wütend springt dieser zurück, bellt und knurrt.
Was ist denn los, Theo?“ fragt eine tiefe Menschenstimme.
Sieh mal, Papa, was Theo aufgespürt hat. Einen Igel!“ Ein Junge beugt sich zu dem Tier hinab, dem beinahe das Herz stehen bleibt vor Angst. Vorsichtig berührt eine kleine Hand seine Stacheln.
Der arme Kleine“, sagt der Vater des Jungen mitfühlend. „Hat wohl keinen Schlafplatz für den Winter gefunden. Wenn er hier draußen bleibt, wird er erfrieren.“
Oh nein.“ Der Junge blickt traurig auf den Stachelball. „Können wir ihn nicht mit nach Hause nehmen?“
Anstatt zu antworten schlägt der Mann den Kragen seines Wintermantels hoch und langt in seine Taschen, um die Handschuhe hervor zu holen.
Komm kleiner Kerl“, sagt er und hebt den Igel vorsichtig auf, um ihn in seine tiefe Manteltasche zu stecken. Dort ist es warm und sicher.
Hätte der Kleine nicht solch einen mächtigen Hunger gehabt, wäre er wohl sofort eingeschlafen.
Wo auch immer ich hier bin“, sagt er sich, „hier gefällt es mir. Ob ich gleich etwas Leckeres zu Essen bekommen werde?“ Er denkt an einen saftigen Apfel, einen fetten Wurm, an einen schmackhaft Käfer. Hmmm... Eigentlich ist ihm alles recht, solange es das große Loch in seinem Bauch stopft. Der Kleine schließt die Augen und erinnert sich an die warmen Sommermonate, die jetzt lange her scheinen und während denen er sich immer satt essen konnte, und genießt das leicht Schaukeln.

Der Mann, der Junge und der Hund gehen nach Hause. Der Schnee knirscht unter ihren Schritten, und der Frost beißt ihnen in die Nase – und der kleine Igel in der Tasche träumt vor sich hin.
Doch schon bald greift wieder etwas nach ihm und reißt ihn aus seinem wohligen Nest. Hätte er gekonnt, hätte er lautstark protestiert, doch da hielt er inne.
Wo war er denn hier gelandet?
Die große Hand setzt in auf einen weichen Fußboden. Vor ihm steht eine große Tanne, an der wohl hundert brennende Kerzen wachsen. Anstatt Zapfen trägt sie bunte Kugeln. Und sie duftet so herrlich, dass der kleine Igel wie verzaubert davor stehen bleibt.
Florian und Laura, holt ihm ein Schüsselchen mit Milch und Brötchen, ja?“ spricht die tiefe Stimme hinter dem Igel, und zwei kleine Menschen springen auf und laufen davon.
Was für ein netter kleiner Weihnachtsgast“, sagt eine freundliche Frau. Sie sitzt in einem großen Sessel bei dem Kamin, in dem das Feuer prasselt.
Der kleine Igel reckt wieder sein Näschen. Er tapst umher, schnüffelt und schmatzt, und als ihm kurz darauf ein Napf voll Essen vorgesetzt wird, kann er nicht anders, als sich darauf zu stürzen und alles gierig hinunter zu schlingen.
Tut das gut! Noch nie hatte ihm so etwas einfaches so lecker geschmeckt.
Die Menschen sehen ihm beim Essen zu und lachen. Doch der Igel kümmert sich nicht um sie.
Schon längst hat er den großen bunten Blätterhaufen dort drüben entdeckt, der so einladend aussieht und glitzert. Das müssen wohl Blätter von einem ganz besonderen Baum sein, denkt der Igel und wackelt auf seinen Beinchen darauf zu.
Vorsichtig kriecht er unter das Gewühl aus Geschenkpapier. Er rollt sich ein, sieht noch verschwommen die Kerzen des Weihnachtsbaumes leuchten und schon fallen ihm die Augen zu...
Laura lächelt. „Jetzt hält der kleine Igel im Geschenkpapier Winterschlaf“, sagt sie.
Und alle denken, was für ein schönes Weihnachtsgeschenk es doch ist, den Igel vorm Erfrieren gerettet zu haben.
Frohe Weihnachten“, flüstert Florian ihm noch zu, doch der Igel ist schon längst im Land der Träume.

(c) Sarah Lerche,  2015

Dienstag, 8. Dezember 2015

Unsere Weihnachtsbücherkiste für Kleine



Da ist sie wieder, die Kiste mit den Weihnachtsbüchern. Ich liebe Weihnachtsbücher! Ich glaube sogar, dass Weihnachtsbücher für mich mehr zur Weihnachtsstimmung beitragen, als Kerzen, Kekse und Tannengrün.
Jedes Jahr kommen neue dazu, oder wir leihen zusätzlich einige aus der Bücherei aus.
Wobei immer mal und mit zunehmendem Alter der Kinder die Auswahl und das Interesse variieren. Wir verändern uns. So liest mein Sohn gerade in der Weihnachtsausgabe des lustigen Taschenbuchs, während die Jüngste immer noch gern in den Bilderbüchern blättert (ich manchmal auch). Ich selbst habe es mehr auf Weihnachtskrimis abgesehen, und die Große... würde wahrscheinlich am ehesten einen Advents-Manga lesen. Aber soetwas habe ich noch nicht gefunden. :-)

Da ich euch ja schon ein paar Weihnachts-Krimis vorgestellt habe, gibt es heute ein Liste mit Büchern für die Kleinen zum Vorlesen oder anschauen:


Teddys Weihnachten von Fritz Baumgarten
Ich finde sowohl dieses Buch, als auch Weihnachtsfest im Wichtelland ganz wunderschön wegen der Illustrationen. Die Zeichnungen von Fritz Baumgarten sind immer so liebevoll mit Einzelheiten gestaltet und versetzen mich immer ein bisschen zurück in meine Kindheit.

 

Ein Märchen im Schnee von Loek Koopmans
Ich kann nicht mehr nachzählen, wie oft ich dieses Buch meiner ältesten Tochter vorlesen musste. Es war ihre absolute Lieblingsgeschichte, und natürlich mussten alle Tiere ihre eigene Stimme bekommen. :-)

 

Winter von Eva-Maria Ott-Heidmann
Dies ist ein Pappbilderbuch für die ganz Kleinen und Teil einer Jahreszeiten-Reihe. Ich finde die Bücher von E.-M. Ott-Heidmann sehr schön gestaltet und meine Kinder sowie Tageskinder mochten sie gern anschauen.

 

Mog feiert Weihnachten von Judith Kerr
Wir lieben diese Katze - sie ist einfach herrlich! Und wer mit seinen Kindern Englisch lernen möchte, kann diese Bücher auch mit CD über Amazon im Original erhalten. 


Holly & Ivy von Margret Rumer Godden und Maren Briswalter
Dieses Buch gab es vor ein paar Jahre in unserem Adventskalender. Es ist eine sehr schöne Geschichte zum Vorlesen.

 

Die Weihnachtsmütze von Sabine Lipan und Dorota Wünsch
Dieses Buch hat uns auch sehr gut gefallen! Es ist lustig und überraschend anders. :-)

 
 
Fuchswaldgeschichten / Neue Geschichten aus dem Fuchswald von Cynthia und Brian Paterson
 Kein reines Weihnachtsbuch, sondern eine Geschichtensammelung - und mindestens so schön wie die Geschichten aus dem Brombeerhag. In beiden Bänden sind am Ende Winter- bzw. Weihnachtsgeschichten, die wunderschön illustriert wurden.



Ich hoffe, es war für euch etwas dabei.
Frohes Lesen in der Adventszeit!

Sonntag, 6. Dezember 2015

2. Advent - Eulis Weihnachtsgeschenk

...und? Hat der Nikolaus euch auch reichlich die Schuhe gefüllt? :-)
Bei uns stand heute morgen eine weihnachtliche Kiste mit selbstgebackenen Keksen und je einem Jutebeutel für die Kinder und mich mit Süßigkeiten vor der Tür. Außerdem ein wunderschöner Holzscheit-Engel (Foto folgt) und ein Sack Brennholz. Da war auch die unruhige eher schlaflose Nacht meinerseits gleich vergessen.

Da heute der 2. Adventssonntag ist, gibt es eine neue Weihnachtsgeschichte von uns. Dieses Mal haben Nellie und ich zusammen gearbeitet und Euli, ihr Lieblingskuscheltier, ein kleines Abenteuer erleben lassen.
Ihr dürft die Geschichte gern weiterteilen oder uns eure Kommentare hinterlassen
Viel Freude beim Lesen!



Eulis Weihnachtsgeschenk

Es war kurz vor dem Heiligen Abend. Es hatte nicht geschneit, alles war von Regen getränkt, grau und feucht waberte der Nebel zwischen den Bäumen. Im Wald war es ungewohnt still, und Eulis Rufe hallten weit durch die Baumstämme hindurch, über die Felder und bis zum Dorf hinüber.

Sie saß auf ihrem Ast einer alten Eiche und machte ein trauriges Gesicht.
Sie dachte an Weihnachten. Letztes Jahr hatte sie gesehen, wie eine Familie hinter den Fenstern ihres Hauses am Heiligen Abend gefeiert hatte. Alles war festlich geschmückt gewesen, Kerzen waren auf einen Tannenbaum gesteckt und erleuchteten den Raum. Die Menschen hatten gelacht, gegessen und Päckchen ausgewickelt.
Euli hatte alles von einer großen Ulme, die vor dem Haus wuchs, beobachtet und hatte in ihrem Herzen so einen warmen Funken gespürt. Was für eine schöne Idee in dieser dunklen Zeit ein Fest zu feiern, dass so viel Glück in die Gesichter zauberte.
Wieso konnte sie nicht daran teilhaben? Sie hatte Schuhuuu – schuhuuuu gerufen, doch niemand hatte sie gehört. Die Menschenkinder hatten einfach zu laut ihre Lieder gesungen.
Es blieb Euli also nichts anderes übrig, als auf ihren Schwingen wieder davon zu fliegen, in den großen, dunklen Wald hinein, und auf ihrem Ast das Gefieder wärmend aufzuplustern und über das, was sie gesehen hatte, nachzudenken.
Sie hatte in dieser Nacht besonders oft gerufen und sich dabei vorgestellt, dass sie Weihnachtslieder sang und ein Kerzenlicht auf ihrem Ast aufgesteckt war, um die Dunkelheit zu erhellen.

In diesem Jahr war Euli, je näher die Wintersonnenwende rückte, immer nachdenklicher und trauriger geworden, weil sie sich erinnerte, wie einsam sie sich im letzten Jahre gefühlt hatte. Sollte sie dieses Mal wieder bei den Menschen in der Ulme sitzen und ihnen bei den Festlichkeiten zusehen, oder sollte sie lieber hier ganz allein im Wald zubringen und auf Mäusejagd gehen? Würde ihr nicht nur wieder das Herz schwer werden, wenn sie durch das Fenster sah, aber nicht in den Gesang mit einstimmen konnte?
Sie wog ihren runden Kopf hin-und-her und überlegte. Vielleicht könnte sie die anderen Tiere fragen, ob sie nicht auch gern ein Weihnachtsfest feiern wollten - hier im Wald!
Aber die Mäuse hatten – zu recht – viel zu viel Angst vor Euli. Und die Eichhörnchen schliefen selig in ihrem Bau. Die meisten Vögel waren in den warmen Süden gezogen und Rehe, Wildschweine und Füchse wollten sich nicht unbedingt über den Weg laufen...
Es nützte also alles nichts und Euli musste einen Entschluss fassen:
Sie würde versuchen die Menschen auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht würden sie einmal aus dem Fenster schauen und sie entdecken und sie zu sich einladen. Sie hoffte, dass dies nicht nur ein Wunschtraum von ihr blieb.

So flog sie nun jeden Abend zu dem Haus der Menschen, setzte sich auf den Ast vor dem Fenster und rief ihr tiefes Schuhuuu und flatterte ab und zu mit den Flügeln.
Am dritten Abend schaute eines der Kinder zum Fenster herüber und machte große Augen. Es deutete mit dem Finger auf Euli und rief etwas. Plötzlich tauchten drei Gesichter an der Fensterscheibe auf und dann folgten noch zwei große Menschen: die Mutter und der Vater.
Euli flatterte erneut und rief mehrmal Schuhuuu, schuhuuu, schuhuuu....
Sie freute sich. Sicher würden sie nun am Weihnachtsabend an sie denken!

Euli setzte sich noch zwei Mal im Nieselregen auf den Ulmenast und rief und jedes Mal freuten sich die Menschen, sie zu sehen. Die Kinder winkten ihr zu und Vater und Mutter lächelten.
Dann kam der Abend, an dem die Kirchenglocken im nahen Dorf besonders lang und laut läuteten. Und als es dunkel wurde, wurden überall Lichter angezündet.
Es war kälter geworden, Frost lag in der Luft und es roch nach Schnee.
Euli saß schon längst voll Vorfreude auf ihrem Ast und wartete. Sie hatte sich für heute extra ihr braunes Gefieder glänzend geputzt und ihren Schnabel poliert. Ob die Menschen sie ins Haus einladen würden? Oder mit ihr etwas sängen? Vielleicht durfte auch sie eines der Kästchen auspacken! Darüber würde sie sich sehr freuen.
Doch es kam ganz anders, als sie es sich erhofft und erträumt hatte.
Zwar winkten die drei Kinder ihr zu, doch dann feierten sie allein und sangen und aßen und lachten mit ihren Eltern, und Euli konnte ihnen nur zuschauen.
Unruhig rutschte sie auf ihrem Ast hin und her, reckte den Kopf, um besser sehen zu können und fühlte wieder, wie sie traurig wurde. Vielleicht hatten die Menschen Angst vor Eulen. Vielleicht war das Weihnachtsfest nur ein Fest für Menschen und nicht für Tiere. Vielleicht sollte sie lieber Mäuse jagen gehen, denn in ihrem Bauch knurrte es schon seit einer ganzen Weile.
Gerade, als sie sich zum Abflug in den großen Wald bereit machen wollte, kam das kleinste der Menschenkinder ans Fenster und blickte Euli stumm entgegen.
Es war ein kleines Mädchen, und sie hielt ihre neue Puppe fest im Arm.
Euli seufzte und klappte ihre runden Augen ein paar Mal auf und zu und lüftete ihre Flügel zum Gruß. Doch das Mädchen drehte sich wieder um, lief zum Tannenbaum und pflückte etwas von einem Zweig.
Kurz darauf hörte Euli eine kleine Stimme unter sich rufen: „Hallo liebe Eule, ich habe ein Geschenk für dich!“
Das kleine Mädchen stand da in ihrem hübschen Kleid und viel zu großen Gummistiefeln und schwenkte etwas in der Hand hin und her, das Euli nicht erkennen konnte. Was war es nur?
Sie flog rasch von der Ulme herab und setzte sich auf die Lehne der Gartenbank.
Nun konnte sie das Geschenk erkennen, welches das Menschenkind ihr mitgebracht hatte. Sie ließ ihr tiefes „Schuhuuu...“ erklingen, flatterte auf, nahm das kleine Etwas in den Schnabel und flog davon. „Frohe Weihnachten, Eule!“ hörte sie das Mädchen noch rufen, doch Euli fühlte sich viel zu feierlich, um antworten zu können.
Sie flog so schnell sie konnte zu ihrem Platz im Wald und setzte sich auf ihren Lieblingsast in der alten Eiche. Sie wackelte mit dem Kopf und gab zufriedene Laute von sich.
Sie hatte ein Geschenk bekommen – ein richtiges Weihnachtsgeschenk!
Behutsam hängte sie es an einen abgebrochenen Zweig ihres Baumes und betrachtete es stundenlang voller Stolz und Freude.
Der Strohstern hing an einem glitzernden Faden und schaukelte im leichten Wind hin und her. Er glänzte und leuchtete im Mondlicht und Euli fand ihn wunderschön. Nun war auch für sie Weihnachten, und sie fühlte sich kein bisschen traurig. 

(c) Sarah Lerche & Nellie Oleka